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Calcium Carbonicum

Calcium carbonicum

Träge, langsam, gleichförmig, kugelartig abschirmend grundstrukturieren ↔ irritiert durch übergeordnete umgebende, und somit destruktivere Dynamik

 

**Quantum Logic Medicine**

Kurz vorangestellt ein wenig Theorie Wiederholung. Quantum Logic Medicine basiert auf der Annahme, dass eine lebendige Ganzheit aus dem Spiel zweier komplementärer Extreme besteht, wie Yin und Yang. In diesem Lebensspiel existieren immer zwei gegensätzliche Eigenschaften, die herausgearbeitet werden müssen. Die homöopathischen Arzneimittelbilder, die gut dokumentiert sind, bieten eine hervorragende Grundlage für die Therapie. Durch die Analyse dieser Komplementaritäten kann man die Mittel präzise beschreiben und ebenso auch das Lebensthema des Patienten erfassen. Dies ist die effektivste Methode, um ein passendes homöopathisches Mittel für den Patienten zu finden.

 

**Calcium carbonicum**

Heute geht es um ein weiteres häufig klassisch verwendetes homöopathisches Mittel aus der Rubrik Magen qiantenlogisch betrachtet. Calcium Carbonicum. Calcium carbonicum stammt aus dem Inneren der Austernschale. Calcium carbonicum hat das Gefühl, in die Luft gehoben und nach vorne gedrückt zu werden. Es ist eine mechanistische Beschreibung. Jemand wird angehoben, nach oben in die Luft, und dann nach vorne gedrückt. Der Vorgang ähnelt dem Anheben eines Balles vom Boden und dem anschließenden Vorwärtsdrücken oder Werfen.

Die Quantenlogik fragt nach dem komplementären Gegenüber dieses nach vorne drängenden Impulses. Bei Calcium carbonicum findet sich tatsächlich ein solches Gegenüber. Calcium berichtet über eine zu späte Ejakulation, einige Zeit nach dem Orgasmus. Auch hier wird herausgeworfen, jedoch verzögert. Damit entsteht eine Komplementarität. Auf der einen Seite steht das Anheben in die Luft, das Vorwärtsdrücken und Beschleunigen. Auf der anderen Seite steht das verspätete Herauswerfen, das Verlangsamen.

Zu dieser verzögerten Seite passen weitere Symptome. Calcium carbonicum zeigt Obstipation, bei der der Weitertransport verzögert ist. Ebenso bleiben die Fontanellen zu lange offen. Beides fügt sich in das Motiv des zu späten Herauswerfens. Der Stuhlgang wird zu spät weitergeleitet. Die Fontanellen schließen sich zu spät. Es handelt sich um Entwicklungsverzögerungen. Auf der einen Seite steht Beschleunigung, auf der anderen Verzögerung.

Bei den ersten beiden Symptomen bleibt etwas zu lange im Körper. Beim dritten Symptom, den Fontanellen, verschließt sich der Körper knöchern verzögert. Diese Seite hat grundsätzlich mit Verweilen im Körper und mit Verschließen zu tun. Deshalb erscheint immer wieder das Motiv des zu späten Herauswerfens.

Calcium carbonicum ist in der Kindheit schwerhörig. Auch hier zeigt sich ein partieller Verschluss in einer frühen Entwicklungsphase. Calcium ist bekannt für das Verlangen nach hartgekochten Eiern. Kaum etwas erfüllt die Funktion des Verschlusses so deutlich wie ein Ei. Die Eischale schützt einen Entwicklungsprozess. Ebenso schließen sich die Fontanellen zum schützenden Schädel. Auch Nasenpolypen verschließen Öffnungen des Schädels.

Schädel, Ei und Bauch sind abgeschlossene, annähernd kugelförmige Strukturen, wie man sie bei Arzneien, die zur Funktion Magen gehören häufig findet. Auch ruhende Warzen, typisch für Calcium, sind ungeformte, ursprüngliche biologische Strukturen, die ebenfalls ruhend und kugelig erscheinen. Diese abgeschlossenen Strukturen werden bei Calcium eher behalten und wenn sie ausgeschieden werden, geschieht dies verzögert.

Eigensinnige, starrköpfige Kinder werden Calcium immer wieder zugeordnet. Dazu kommt eine Neigung zum Dickwerden. Schädel und Ei sind starr. Starre ist eine Reduktion von Dynamik. Diese Seite reagiert starr und verzögert. Die Bedeutung dieser Grundeigenschaft zeigt sich in Symptomen wie einem großen Kopf oder der Angabe von Gänsehaut im Haus. Das Haus ist eine abgeschlossene Einheit. Innerhalb dieser Einheit tritt Gänsehaut auf.

Gänsehaut wird unter anderem durch Angst ausgelöst. Calcium fürchtet offene Plätze. Die Funktion der starren Außenwand zeigt sich als Schutz gegen das offene oder unabgeschlossene Außen. Haus, Schädel und Ei erfüllen diese Schutzfunktion. Die Frage entsteht, ob der Schutz selbst Angst erzeugt oder ob es das Innere ist oder der Mangel an Schutz nach außen.

Die Herstellung der Arznei gibt einen Hinweis. Hahnemann beschreibt das Zerbrechen der Außenschale. Der starre Schutz kann brechen. Das ist das Gegenüber von Starre und Adynamie. Die harte, aber zerbrechliche Außenschale schützt vor etwas, das als schrecklich und grausam empfunden wird. Calcium empfindet etwas von außen Kommendes als hart angreifend. Hart trifft auf hart. Die weichen, sensiblen inneren Strukturen, Gehirn, Inneres des Hauses, amorphe und hypomorphe Gebilde wie Warzen, Auster oder Polypen, suchen Schutz vor diesen äußeren Grausamkeiten.

Dafür entsteht Abgeschlossenheit und eine harte Außenschale. Die inneren Strukturen reagieren nach außen hin verlangsamt. Das zeigt sich bei Ejakulation und Stuhlgang. Etwas von außen hebt diese inneren Strukturen in die Luft, drückt sie nach vorne und beschleunigt sie. Aus der ursprünglichen Komplementarität von Hochheben und Beschleunigen einerseits und verzögertem Herauswerfen andererseits entsteht eine klare Aussage.

Das Beschleunigende kommt von außen. Es wird als hart und grausam empfunden. Die Antwort von Calcium carbonicum ist nicht Mitgehen, sondern eigensinniges Abschließen durch eine starre Außenstruktur. Diese Starre verstärkt das Empfinden von Härte und Grausamkeit, da sie die eigene Langsamkeit und Adynamie noch deutlicher macht.

Im Inneren dieser Struktur befindet sich eine hypomorphe Qualität. Calcium carbonicum hat das Symptom, zu meinen, andere würden seine Verwirrung bemerken. Andere, also das Außen, erscheinen weniger verwirrt. Diese Verwirrung soll verborgen bleiben. Verwirrung bedeutet fehlende klare mentale Struktur. Beschleunigung von außen wirkt deshalb störend und grausam.

Austern besitzen kaum Sinnesorgane. Sie sind einfache, ursprüngliche Strukturen. Das entspricht einer frühen Entwicklungsstufe. Calcium carbonicum wird deshalb häufig Kindern gegeben. Calcium zeigt eine ausgeprägte Ambivalenz zur Milch. Es reicht vom Verlangen bis zum Würgen nach Milch. Milch steht für die Entwicklungsphase nach der Abgeschlossenheit. Auf Uterus und Ei folgt Geburt und Stillzeit. Mit der Geburt geht der geschützte Abschluss verloren. Deshalb wird die Milchphase für Calcium zum Thema von Angst und Herausforderung.

Der nächste Entwicklungsschritt bedeutet Öffnung. Steigen ist ein zentrales Thema von Calcium carbonicum und macht ihm große Mühe. Das gilt körperlich, geistig und seelisch. Die Aufforderung, eine höhere Ebene zu betreten, wird als Bedrohung erlebt. Die harte äußere Sicherheit soll nicht gegen die Unsicherheit dynamischer Entwicklung eingetauscht werden. Das Öffnen erscheint wie eine Frühgeburt mit Risiken.

Calcium verzögert daher den Entwicklungsschritt. Der innere Satz lautet, erst nach vollständiger Klärung und Strukturierung könne Öffnung stattfinden. Die Auster überzieht Fremdkörper mit Perlmutt. Sie bleibt dabei und gestaltet diese Phase aus. Es entsteht eine Perle. Übergeordnete Entwicklung bleibt fremd. Calcium bewegt sich horizontal, nicht vertikal.

Übergeordnete Wendungen und Veränderungen irritieren Calcium. Die Sonnenwende verschlechtert den Zustand. Beim Klavierspielen hustet Calcium. Die gestuften Schritte der Musik belasten. Gleichförmigkeit unter Schutz wird gesucht. Emotionale Erregung führt zur Wiederkehr der Menses. Der Aufbau wird abgebrochen. Schwingenlassen der Beine löst Krampfanfälle aus. Das Loslassen ist zu viel Dynamik. Die Reaktion ist Festhalten.

In dieser Bedrohungssituation kann Calcium selbst zum Quälgeist werden und andere quälen. Damit schließt sich der Kreis. Calcium carbonicum zeigt ein träges, langsames, gleichförmiges, kugelartiges, abschirmendes Grundprinzip. Es wird irritiert durch äußere Forderung nach Entwicklung und Beschleunigung. Die Reaktion ist weitere Verhärtung, weitere Verlangsamung, stärkere Abgeschlossenheit bis hin zu Verkalkung.

Calcium carbonicum ist ein Grundmittel und wird häufig gegeben. Es wirkt jedoch nur gut und anhaltend bei dem entsprechenden Patienten und nicht situationsbezogen. Mit Calcium tritt das Prinzip von innen und außen in Erscheinung. Die Trennwand wird gekrümmt. Es entsteht eine Kugel. Innen herrscht Ruhe, außen Dynamik. Der Schutz ist extrem ausgeprägt. Die folgenden Mittel zeigen ebenfalls dieses Magen Prinzip von Abschirmung durch kugelförmige Struktur.

 

**Calcium carbonicum in der Tiermedizin**

In der Tiermedizin unterscheidet sich Calcium carbonicum grundsätzlich nicht vom Bild beim Menschen. Auch hier lassen sich die typischen Verzögerungen beobachten, insbesondere Entwicklungsverzögerungen, weshalb Calcium carbonicum bei solchen Problemen ein sehr wichtiges Mittel ist. Es geht dabei um eine Verzögerung vieler Prozesse während der Entwicklung, und genau deshalb ist es besonders gut beim Jungtier und beim Welpen zu erkennen, weil man dort die Entwicklung unmittelbar verfolgen kann.

Wenn man an Calcium carbonicum denkt und ein wenig mit Homöopathie vertraut ist, hat man meist das Bild des kleinen, etwas pummeligen, tapsigen Welpen vor Augen, der den größten Kopf im Wurf hat und insgesamt etwas unbeholfen und zurück wirkt. Dieses Bild stimmt in vielen Fällen auch tatsächlich. Es ist jedoch wichtig, dass diese Konstitution nicht nur eine vorübergehende Erscheinung im Welpenalter bleibt, sondern dass sich dieser Typ und diese Grundstruktur durch das gesamte Leben ziehen müssen. Das Tier muss sich auch als erwachsenes Tier im Wesentlichen so zeigen, damit Calcium carbonicum durchgehend passt.

Dasselbe gilt für andere Tierarten. Beim Pferd und beim Fohlen ist es im Prinzip genauso. Man sieht es vor allem beim Jungtier, weil dort Entwicklung oder eben Nichtentwicklung besonders deutlich sichtbar ist. Beim erwachsenen Tier muss man die Symptome und die Motive, die zuvor beschrieben wurden, sorgfältig herausarbeiten, damit man sie erkennen und richtig zuordnen kann.

Wesentlich sind bei Calcium carbonicum in der Tiermedizin tatsächlich auch häufig Magenprobleme. Diese ganze Abgeschlossenheit von Calcium carbonicum, die kugelförmigen, in sich geschlossenen Strukturen, die im Mittelbild immer wieder auftauchen, zeigen sich auch hier deutlich. Das gilt nicht nur für Calcium carbonicum selbst, sondern auch für andere Calciumsalze, die jeweils mit einem anderen Partner verbunden sind und entsprechend etwas anders reagieren.

Magenbeschwerden findet man bei diesem Mittel in der Tiermedizin relativ häufig. Dazu kommen nicht nur Entwicklungsverzögerungen, sondern auch Verformungen am Bewegungsapparat sowie Wachstumsstörungen. All diese typischen Verzögerungen müssen im Arzneimittel Bild vorhanden sein.

Gleichzeitig zeigt sich auch die Tendenz, unter zu viel äußerer Störung selbst zu einem Quälgeist zu werden. Calcium carbonicum zieht sich in dieser Situation nicht einfach grundsätzlich zurück, sondern kann im Tierreich durchaus zur Nervensäge werden, wenn es sich von außen zu stark bedrängt fühlt.

 

**Zusammenfassung**

Calcium carbonicum ist angezeigt bei abschließenden, kugelartigen und Prozessen, die als übermäßiger Schutz nach außen wirken. Typisch sind Entwicklungsverzögerungen sowie Verzögerungen von Ausscheidungen jeder Art, sowohl beim Menschen als auch beim Tier. Kennzeichnend ist eine ausgeprägte Abwehrhaltung gegen äußere Eindrücke und Einwirkungen, die als Schutzmaßnahme verstanden werden kann. Diese Abwehr kann sich unter äußerem Druck auch als Widerstand oder als nerviges Verhalten äußern. Der Eigensinn ist dabei ein zentrales Merkmal und zeigt den Wunsch nach Entwicklung im eigenen Tempo. Wird von außen zu viel Druck ausgeübt, kommt es entweder zum Aufbau deutlicher Abgrenzung oder zu aktivem Gegenangriff. Calcium carbonicum zieht sich dabei nicht ausschließlich zurück, sondern zeigt eine klare Reaktionsbereitschaft. Ein ausgeprägtes ambivalentes Verhältnis zu Eiern und zu Milch ist häufig.

 

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