Sepia
Sepia
Jagend-schießend herauswollend, ruhelos, alles 100% – > Tanzen, Wellen, Auf- und Ab ->
durch eigene Verklumptheit behindert
**Quantum Logic Medicine**
Kurz vorangestellt ein wenig Theorie Wiederholung. Quantum Logic Medicine basiert auf der Annahme, dass eine lebendige Ganzheit aus dem Spiel zweier komplementärer Extreme besteht, wie Yin und Yang. In diesem Lebensspiel existieren immer zwei gegensätzliche Eigenschaften, die herausgearbeitet werden müssen. Die homöopathischen Arzneimittelbilder, die gut dokumentiert sind, bieten eine hervorragende Grundlage für die Therapie. Durch die Analyse dieser Komplementaritäten kann man die Mittel präzise beschreiben und ebenso auch das Lebensthema des Patienten erfassen. Dies ist die effektivste Methode, um ein passendes homöopathisches Mittel für den Patienten zu finden.
**Sepia**
Ein interessantes Mittel aus dem Bereich Dünndarm und auch nicht leicht zu erkennen, obwohl es in der klassischen Homöopathie häufig angewandt wird, ist der Tintenfisch Sepia. Man spricht nicht umsonst vom wandelbaren Tintenfisch, was erklärt, warum dieses Mittel oft schwer zu fassen ist. Sepia zeigt, wie typisch für den Dünndarm, einen Ganzheitsimpuls für zwei gleichwertige hundertprozentige Wege, die beide gleichermaßen verwirklicht werden sollen. Da dies nicht möglich ist, entsteht eine gestörte Fähigkeit zur Integration dieser gleichwertigen Teilimpulse, was zu einer Empfindung von Leere führt, insbesondere einer Gefühlsleere. Im menschlichen Bereich kann diese Leere gelegentlich durch eine ungewollte romantische Affäre gefüllt erscheinen, ohne dass die zugrunde liegende Integrationsproblematik gelöst wird. Das Bild ist geprägt von einer Kombination aus Pseudointegration und Distanz, wodurch wiederum neue Integrationsimpulse entstehen, etwa in Form von Bewegung wie Tanzen.
Sepia trennt in zweimal hundert Prozent. Es besteht der Wunsch, zwei entgegengesetzte Dinge jeweils vollständig zu leben, ohne sich mit einem Kompromiss auseinanderzusetzen. Ein typisches Beispiel ist der Wunsch, gleichzeitig hundertprozentig Frau, Mutter und in der Karriere verwirklicht zu sein. Diese Unvereinbarkeit wird jedoch nicht aufgelöst, sondern bleibt als starkes inneres Verlangen bestehen. Kann dieses Verlangen nicht gelebt werden, erfolgt gewissermaßen ein Versprühen von Tinte, ein Rückzug in Undurchsichtigkeit. Sepia zeigt starke, extreme Gefühle bei gleichzeitig nach außen präsentierter Coolness. Es tanzt gerne, Gefühle werden zugelassen, jedoch zeitlich strikt eingeteilt. Alles ist geplant, auch wenn die Inhalte nicht kongruent sind. Es will beides zu hundert Prozent und bindet sich nicht an einen Punkt. Körperlich können sich Risse in der Unterlippe zeigen, wobei die Unterlippe für Libido steht und die Oberlippe für Kontrolle. Es bestehen Kugelgefühle, Schwere und Leere gleichzeitig.
Sepia legt sich nicht fest, will beides, ist dynamisch und intuitiv. Trost verschlechtert, Alleinsein bessert. Es kann Abneigung gegen Koitus, gegen Kinder oder gegen die Familie bestehen. Zwei völlig unterschiedliche Gesichter treten nebeneinander auf. Es handelt sich um eine extrem spannungsreiche Arznei. Auf der einen Seite lebt Sepia ein sehr lebendiges Spiel zwischen Entweichen und Angreifen, ähnlich dem Tintenfisch, der für beides seine Tinte nutzt und dadurch schwer durchschaubar bleibt. Diese Seite ist geprägt von Dynamik, einem rauschenden, sausenden, heulenden, schwirrenden, pfeifenden, blasenden, periodischen und wellenartigen Tanz. Diese Bewegung verläuft stets periodisch in geschlossenen Kreisen. Es wirkt, als würde Stillstand unbedingt vermieden werden.
Kommt es jedoch zum Stillstand, tritt unmittelbar die Gegenseite hervor, die durch Schwere, Steifheit und eine ringförmig abschließende Qualität gekennzeichnet ist. Da niemand dauerhaft in Bewegung bleiben kann, sinkt Sepia ohne diese Dynamik in eine Stase ab, die kalt und schwer ist. Die Ganzheit von Sepia zeigt sich somit als ein Tanz, ein rhythmisches Aufrechterhalten eines dynamischen Zustandes zur Abwehr dieser Stase. Die stillstehende Schwäche und Leere in Beziehungen steht dem hochdynamischen Wechsel von Zupacken und Entweichen gegenüber. Dies entspricht dem Übergang einer periodischen Wellenform in ring oder kugelförmige, starre Strukturen. Erfolgt dieser Übergang nicht fließend, entstehen ruckartige Bewegungen, ein Wechsel zwischen kurzzeitigem Fließen und Stillstand. Daran zeigt sich, wie stark Sepia gefordert ist, diese extrem auseinanderdriftenden Seiten zu einer fließenden Ganzheit zu vereinen, anstatt daran zu zerreißen.
Auch die adynamische Seite ist sehr mächtig. Sie wirkt kalt und abwärtsdrängend, führt zu Steifheit, Verhärtung, Stillstand und einer flockigen, klumpigen, bewegungshemmenden Stase. Das vorherige Fliehen wird zu Distanz, insbesondere im sozialen, sexuellen und familiären Bereich. Trost verschlimmert, Sepia will allein sein. Beziehungen werden heruntergefahren und erscheinen gleichgültig, leer, kalt und schwach. Dieses Erleben ist vergleichbar mit dem Schwimmen in der Tinte des Tintenfischs, die alles verdunkelt und gleich macht. Dieser Zustand ruft wiederum nach der dynamischen Seite mit ihrer periodischen Bewegung. Nach Erschöpfung fällt diese jedoch erneut in Stase zurück, sofern es nicht gelingt, beide Seiten in einer lebendigen Ganzheit zu integrieren.
**Sepia in der Tiermedizin**
In der Tiermedizin zeigt sich dieses Muster ebenfalls, wenn auch oft abstrakt und schwer zu fassen. Auffällig sind extreme Gegensätze im Bewegungsverhalten, etwa starker Bewegungsdrang im Wechsel mit ausgeprägter Steifheit. Auch emotional zeigt sich ein Wechsel zwischen Zuneigung und Ablehnung. Dieses ständige Hin und Her zwischen Extremen ist ein wesentliches Zeichen für Sepia. Beim Menschen wird Sepia häufig im Zusammenhang mit dem weiblichen Zyklus betrachtet, auch historisch bedingt durch die Zuschreibung von Wechselhaftigkeit. Dennoch ist Sepia sehr spezifisch in seiner Kombination aus Nichtbewegung im Sinne einer depressiven Starre und gleichzeitigem starkem Bewegungs und Verwirklichungsdrang, oft bezogen auf mehrere Dinge gleichzeitig.
**Zusammenfassung**
Zusammenfassend zeigt sich Sepia als ein periodisches, tanzendes Schwingen zwischen Zupacken und Entweichen auf der einen Seite und einer bewegungsschweren, kalten, abwärtsdrängenden Stase auf der anderen Seite, die steif, versteinert, stillstehend und gehemmt ist. Trost verschlechtert, Alleinsein bessert, Beziehungen werden zurückgefahren und erscheinen gleichgültig, leer und kalt. Dazwischen bestehen periodische Schwingungen zwischen diesen gleichwertigen, aber nicht integrierten Zuständen, die in ihrer Form an Ring oder Kugel erinnern und das System im Extrem auseinanderreißen können, ähnlich wie bei Acidum nitricum.
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