Quantum Logic Medicine

Kalium carbonicum

Kalium carbonicum

Abgeschlossenheit unbedingt ganz erhalten ↔ Spannung „im Gebälk“, springend stechende Schmerzen „zack“ ↔ Verfall übergeordnet bestimmt, alles heraus.

**Quantum Logic Medicine**

Kurz vorangestellt ein wenig Theorie Wiederholung. Quantum Logic Medicine basiert auf der Annahme, dass eine lebendige Ganzheit aus dem Spiel zweier komplementärer Extreme besteht, wie Yin und Yang. In diesem Lebensspiel existieren immer zwei gegensätzliche Eigenschaften, die herausgearbeitet werden müssen. Die homöopathischen Arzneimittelbilder, die gut dokumentiert sind, bieten eine hervorragende Grundlage für die Therapie. Durch die Analyse dieser Komplementaritäten kann man die Mittel präzise beschreiben und ebenso auch das Lebensthema des Patienten erfassen. Dies ist die effektivste Methode, um ein passendes homöopathisches Mittel für den Patienten zu finden.

**Kalium carbonicum**

Als letztes Mittel aus der Kategorie der Magen geht es heute um Kalium carbonicum. Es repräsentiert in besonderer Weise die extremste Form des Erhaltens und Schützens einer abgeschlossenen, kugelförmigen Struktur. Dieser grundlegende Impuls des Erhaltens von Stabilität und Ruhe spiegelt sich auch im Arzneimittelbild wider. Innerhalb der Kaliumsalze zeigt sich generell ein stark ausgeprägter erhaltender Impuls, Kalium carbonicum stellt dabei eine besonders konsequente Ausprägung dieses Prinzips dar. Entsprechend gehört es zu den Magenmitteln, bei denen der Fokus deutlich auf dem Bewahren eines bestehenden, abgeschlossenen Zustandes liegt.

Kalium carbonicum wurde lange in der Homöopathie als schwierig angesehen, da beobachtet wurde, dass diese Arznei unter bestimmten Umständen Krankheitsschübe auslösen oder verstärken kann. Bereits Hahnemann und Hering wiesen darauf hin. Die quantenlogische Betrachtung ermöglicht es, dieses Phänomen in seinem Zusammenhang zu verstehen.

Ein grundlegender Zugang ergibt sich aus einem zentralen biochemischen Satz: Kalium erhält das Ruhepotenzial der Zelle. Daraus ergibt sich als wesentlicher Impuls das Erhalten von Ruhe und Stabilität. Dem gegenüber steht Carbo als zweiter Bestandteil, der für vielfältige, richtungslose und chaotische Impulse steht. Carbo schließt nichts aus und lässt alle möglichen Eigenschaften zu. Damit bildet es das Gegenprinzip zu dem stabilisierenden, strukturwahrenden Kalium.

Kalium carbonicum vereint somit den Impuls, Ruhe und Struktur zu erhalten, mit einem gleichzeitigen Einfluss von ungerichteter, chaotischer Dynamik. Das zentrale Thema besteht darin, eine stabile, abgeschlossene Ganzheit unter Bedingungen von Chaos aufrechtzuerhalten.

Dieses Thema zeigt sich sowohl in Vorstellungsbildern als auch in körperlichen Symptomen. Strukturen mit hoher Stabilität erscheinen kugelförmig, wie etwa eine Blase oder ein Ei. Entsprechend treten Bilder von Kugeln, Kreisen oder auch von fallenden Tropfen auf. Ein fallender Tropfen stellt eine Ganzheit dar, die sich nur schwer in ihrer Form erhalten lässt. Schnee wiederum steht für eine zunächst stabile Struktur, die sich in Wasser auflöst und damit in einen ungeordneten Zustand übergeht.

Auf körperlicher Ebene zeigt sich das Thema besonders deutlich an der Blasenfunktion. Das Urinieren ist verzögert, es muss lange gepresst werden, bevor es beginnt. Die Blase bleibt zunächst gefüllt und entleert sich schwer. Je stärker der Druck wird, desto weniger Urin geht ab. Kommt es schließlich zur Entleerung, verhält sich die Urinmenge umgekehrt proportional zum Druck. Funktionell entspricht dies einer verstärkten Aktivität des Schließmuskels, der sich unter Druck weiter schließt. Darin zeigt sich das Bestreben, die gefüllte, abgeschlossene Einheit möglichst lange zu erhalten.

Das Motiv des Erhaltens einer geschlossenen Ganzheit steht im Gegensatz zu Impulsen vollständiger Entleerung oder Auflösung. Diese Gegensätze zeigen sich beispielsweise im Zusammenhang mit der Schwangerschaft, die mit einem Blasensprung endet. Dieser Vorgang entzieht sich der bewussten Kontrolle und stellt genau das dar, was für Kalium carbonicum schwer erträglich ist. Bereits vorher kann sich ein abwärts drängendes Gefühl zeigen, als ob alles herauskommen würde. Hier steht der Impuls vollständiger Entleerung dem Impuls vollständigen Erhaltens gegenüber.

Diese Polarität ist ein wesentliches Merkmal in der Anamnese. Hinweise ergeben sich, wenn entweder ein vollständiges Erhalten oder ein vollständiges Entleeren im Vordergrund steht. Modellhaft lässt sich dies durch das Bild eines Luftballons und einer Nadel darstellen. Trifft die Nadel auf den Ballon, entleert sich dieser schlagartig und zerreißt. Entsprechend treten bei Kalium carbonicum reißende Schmerzen auf, insbesondere bei Druck oder Entleerungsvorgängen.

Eine ausgeprägte Empfindlichkeit gegenüber Geräuschen und Berührungen ist typisch. Es besteht eine dauerhafte innere Anspannung und Wachsamkeit. Das Bedürfnis nach Kontrolle ist stark ausgeprägt, da unkontrollierbare Prozesse als Bedrohung erlebt werden. Gleichzeitig besteht das Bewusstsein, dass diese Prozesse langfristig nicht vollständig verhindert werden können.

Daraus entsteht eine charakteristische Angststruktur. Es wird alles geprüft und abgewogen, nichts wird ausgelassen, da jede Veränderung als potenzielle Gefährdung erlebt wird. Es bestehen Ängste vor Krankheit, vor zerstörerischen Ereignissen und vor Situationen, die einen Kontrollverlust bedeuten könnten. Auch Bewegungen nach unten oder Schwindel verstärken diese Empfindung.

Typisch sind kurze, stechende Schmerzen, die plötzlich auftreten, springen und als sogenannte Zack-Schmerzen beschrieben werden. Diese können im Zusammenhang mit Krankheitsschüben stehen. Deshalb darf Kalium carbonicum nur dann eingesetzt werden, wenn das Gesamtbild des Patienten dieser Arznei entspricht. Andernfalls würde lediglich eine akute Reaktion beeinflusst, nicht jedoch der zugrunde liegende Prozess.

Ein weiteres wesentliches Merkmal ist die Tendenz zur Verzögerung oder zum Stillstand von Prozessen, insbesondere bei natürlichen Umbrüchen. Dies zeigt sich beispielsweise in verzögerten Menstruationen, ausgeprägter Erschöpfung und einer Verschlechterung durch Bewegung. Stillstand wird als stabilisierend erlebt, während Dynamik als Belastung wirkt. Schmerzen führen häufig zu lokalem Schwitzen als Ausdruck von Angst.

Auch grundlegende Prozesse wie die Nahrungsaufnahme können Beschwerden auslösen, da sie Veränderung bedeuten. Der Magen wird dabei als Ausgangspunkt von Angst und Schwindel beschrieben. Gleichzeitig zeigen sich Zeichen nicht gelebter Dynamik, etwa in Form von Pulsationen, Beben oder inneren Wehen.

Im sozialen Verhalten zeigt sich eine Ambivalenz. Es besteht ein Bedürfnis nach Nähe und Gesellschaft, gleichzeitig wird diese Nähe als potenzielle Bedrohung der eigenen Abgeschlossenheit erlebt. Daher werden andere auf Distanz gehalten, um die eigene Stabilität nicht zu gefährden.

**Kalium carbonicum in der Tiermedizin**

Auch in der Tiermedizin zeigt sich dieses Bild entsprechend. Typisch ist eine ausgeprägte Empfindlichkeit gegenüber Geräuschen, bei der nahezu jedes Geräusch als belastend erlebt wird. Kalium carbonicum gehört hier zu den Mitteln, bei denen diese Reaktionsweise besonders stark ausgeprägt ist. Im Zentrum steht auch beim Tier der Impuls des Erhaltens, sodass der bestehende Zustand möglichst unverändert bleiben soll. Daraus ergibt sich eine deutliche Verzögerung von Entwicklung. Veränderungen werden schlecht toleriert und wirken sich häufig unmittelbar auf die Gesundheit aus. Tiere dieses Typs sind stark auf Ordnung angewiesen, jede Abweichung stellt eine erhebliche Belastung dar. Besonders deutlich zeigt sich dies bei Pferden, da sie häufiger Veränderungen ausgesetzt sind, etwa durch Stallwechsel, Ortswechsel oder neue Haltungsbedingungen. Für solche Tiere ist dies oft eine erhebliche Belastung und geht häufig mit Erkrankungen einher. Häufig betrifft dies den Magenbereich, sodass es vermehrt zu Magenbeschwerden bis hin zu Magengeschwüren kommen kann, wie sie bei gestressten Pferden bekannt sind. Daraus ergibt sich die Bedeutung, diese Typen frühzeitig zu erkennen, um vorbeugend handeln zu können. Wiederholte Ortswechsel, häufiges Transportieren oder der Einsatz als Turnierpferd mit wechselnden Anforderungen stellen eine erhebliche Belastung dar und führen häufig zu gesundheitlichen Problemen. Daher ist es wesentlich, den jeweiligen Typ zu berücksichtigen und abzuwägen, welche Anforderungen einem Tier zugemutet werden können und welche nicht.

**Zusammenfassung**

Zusammenfassend steht Kalium carbonicum für den unbedingten Erhalt einer abgeschlossenen Ganzheit gegenüber der Gefahr von Auflösung oder Entleerung. Veränderung, Dynamik und Umbruch werden als bedrohlich erlebt und möglichst verhindert. Das zentrale Bild ist die geschlossene Einheit, die durch einen äußeren oder inneren Impuls plötzlich zerstört werden kann, wie beim Aufeinandertreffen von Luftballon und Nadel oder beim Blasensprung. Typisch sind dabei reißende, stechende Schmerzen, Empfindlichkeit gegenüber Reizen, ausgeprägte Kontrolltendenzen sowie Angst vor Verlust von Stabilität und Ganzheit.

 

 

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