Anthroposophische Tiermedizin,  Aus der holistischen Praxis,  Philosophisches

Transformation und Translokation und die Mitte

Meistens behandle ich aus der Mitte heraus – was bedeutet das eigentlich? Eine Mittebehandlung, die nur mit ganzheitlichen Methoden erreicht werden kann, legt den Fokus auf den Schwerpunkt der Heilung aus der Mitte heraus. Das bedeutet, dass nicht ein Extrem der beiden Seiten gestärkt und das andere geschwächt wird, sondern dass eine heilende Energie aus der Mitte heraus im Organismus verteilt wird. Dies kann auf unterschiedliche Arten geschehen – etwa durch Akupunktur, indem der beste Puls oder der sogenannte 90-Grad-Puls im Organismus verteilt wird, oder indem anatomisch nach der Mitte des Patienten gesucht wird, von der aus sich heilende Energie verteilen lässt. In der Quantum Logic Medicine wird stets die Mitte behandelt, da der Kontext im Vordergrund steht. Nicht das eine oder andere Extrem wird gestärkt, sondern durch das präzise passende Mittel der Kontext gestärkt. Gleiches gilt für andere ganzheitliche Therapieformen wie die Osteopathie mit der gezielt Mitteenergie verteilt werden kann, oder die Phytotherapie, wo gezielt Kräuter eingesetzt werden, die die Mitte ansprechen.

Häufig wird die Mitte mit dem Herzen gleichgesetzt – und das ist oft auch zutreffend. Aus Akupunkturperspektive ist es jedoch nicht immer der Herzmeridian, der gestärkt werden muss. Manchmal ist der Herzmeridian zu schwach oder zu stark, und es gilt, einen vermittelnden Meridian zu stärken, der zwischen den leeren und vollen Meridianen ausgleicht. Das ist das grundlegende Prinzip der Mittebehandlung, das sich durch verschiedene Methoden präzisieren lässt. Das wichtigste Werkzeug dabei ist für mich die Pulsdiagnostik, um im Patienten eine Mitte zu finden und diese zu verteilen. In der klassischen Akupunktur wird häufig entweder Leere oder Fülle behandelt – meistens die Fülle –, was jedoch nicht immer zielführend ist und den Organismus teils erheblich durchrütteln kann. Die Behandlung der Mitte hingegen ist eine gut verträgliche Methode, die dem Organismus positive Heilungsimpulse auf schonende und präzise Weise vermittelt.

Das Thema der Mittebehandlung impliziert gleichzeitig die Fragestellung von Transformation oder Translokation. Gemeint ist damit, wie mit pathologischen Strukturen im Organismus umgegangen wird.

Im Kontext der Quantum Logic Medicine habe ich geschildert, dass  sich Krankheit häufig so zeigt, als würde ein Rädchen in einem Uhrwerk nicht mehr kongruent laufen. Es entsteht eine Inkongruenz, die sich als Schwachstelle oder Symptom bemerkbar macht. Diese meist LeereSymptomatik bedeutet, dass durch eine gestörte Funktion eine Art Lücke im System entsteht.

Gleichzeitig besteht die Möglichkeit, dass von außen pathologische Strukturen aufgenommen werden. Diese können sich bevorzugt dort anlagern, wo eine solche Lücke vorhanden ist. Dabei geht es nicht nur um klassische Faktoren wie Bakterien oder Viren, sondern auch um energetische pathologische Strukturen. Viele Menschen kennen die Erfahrung, sich in bestimmten Umgebungen oder Gesellschaften plötzlich unwohl, erschöpft oder beeinträchtigt zu fühlen. Bei genauer Beobachtung lässt sich erkennen, dass solche Zustände damit zusammenhängen können, dass der Organismus auf vorhandene pathologische Strukturen reagiert und sie unter bestimmten Voraussetzungen aufnimmt.

Für die therapeutische Betrachtung stellt sich damit die Frage, wie mit diesen Strukturen umgegangen wird. Grundsätzlich ist es anzustreben, dass der Organismus pathologische Prozesse transformiert. Transformation bedeutet, dass das Geschehen in den eigenen Kontext integriert wird und seine symptomatische Erscheinung verliert, sodass wieder eine funktionale Ordnung entstehen kann.

Demgegenüber steht die Translokation. Dabei werden pathologische Strukturen nicht integriert, sondern verlagert. Sie werden gewissermaßen aus dem eigenen System entfernt, ohne dass eine eigentliche Verarbeitung stattfindet. Sie können auch bei ungeeigneten Therapien innerhalb des Organismus verschoben werden, ohne dass sie integriert werden. In so einem Fall verschwindet ein Symptom und ein anderes taucht auf. Historisch wurde dieses Prinzip teilweise bewusst genutzt, indem Krankheitsprozesse auf andere Lebewesen übertragen wurden. Heute geschieht dies in den meisten Fällen unbewusst, besonders im Rahmen energetischer Therapien.

Vor diesem Hintergrund gewinnt die bewusste therapeutische Entscheidung an Bedeutung. Es geht darum, Verfahren zu wählen, die auf Transformation ausgerichtet sind. Das bedeutet, dass pathologische Strukturen nicht einfach weitergegeben werden, sondern im eigenen Organismus bearbeitet werden.

Dies betrifft nicht nur körperliche, sondern in besonderem Maße auch seelische und geistige Ebenen. Gerade im Zusammenleben mit anderen Menschen und mit Tieren entsteht eine Verantwortung, die eigenen Prozesse nicht unreflektiert nach außen zu verlagern. Haustiere tragen häufig diese Dynamiken mit, was ihre besondere Stellung im Zusammenleben mit Menschen zeigt.

Daraus ergibt sich die Konsequenz, dass ein bewusster Umgang mit den eigenen Pathologien notwendig ist. Ziel sollte es sein, diese durch geeignete therapeutische und energetische Ansätze im eigenen System zu transformieren, anstatt sie zu verlagern und damit anderen Wesen  die Verarbeitung oder das Tragen dieser Strukturen zu überlassen. Insbesondere in Bezug auf die Haustiere lässt sich sagen, dass diese die Strukturen auch nur tragen aber vom Menschen erschaffene pathologische Strukturen ohne eine bewusste therapeutische Hilfe nicht transformieren können. Am besten gelingt eine Transformation im System, in dem die Pathologie entweder erzeugt wurde, oder

In einem Organismus, der die nötige Stärke und das nötige Bewusstsein mitbringt. Eine Therapie der Mitte ist dabei extrem hilfreich

 

 

 

 

 

 

 

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